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Berlin, Bodhicharya – Abend-Seminar: Ngöndro – Eine alte tibetisch-buddhistische Praxis-Form in unserer modernen Welt – mit Yesche U. Regel

14. Juni 2026, 18:00 - 20:00

Ngöndro – Eine alte tibetisch-buddhistische Praxis-Form in unserer modernen Welt
“Der Buddhismus, den ich praktizieren würde, muss zu mir und in mein Leben passen …”

… so lautet – evtl. unausgesprochen – die Ausgangs-Mentalität, mit der manche Menschen heutzutage in buddhistische Zentren kommen und Dharma-Lehren und -Lehrenden begegnen. Das war vor ca. 50 Jahren, bis in die 1990er Jahre hinein, ein Gedanke, der eher niemandem in den Sinn gekommen wäre und den traditionelle buddhistische Lehrer, wie es Lamas des Tibetischen Buddhismus sind, auch nicht verstehen können. Sie würden das für sehr ego-zentriert halten, für spirituellen Narzissmus. Ehrfürchtig bewunderte man damals was die buddhistischen Weisen aus dem Osten lehrten und als Übungspraxis erklärten. Und man nahm es fast vorbehaltlos an und prakizierte danach.

Was alte Traditionen anbieten können sind über Jahrhunderte erprobte Lehren und Übungswege, ihre Rituale und darin Methoden der Geistesschulung und einer tiefgründigen Mystik, die aus einer vor-industriellen Zeit stammen, als Geist und Bewusstsein noch Größen waren, deren Natur man verstehen wollte, wie in der Mahamudra- und Dzogchen-Tradition aus der tibetischen Überlieferung. Erst allmählich wird die zeitlose Gültigkeit dieser Lehren und Methoden entdeckt und begriffen.

Am Beispiel der Ngöndro-Praxis, der vorbereitenden Übungen zur Sutra- und Tantra-Mahamudra-Praxis werden wir an diesem Abend einmal der Frage nachgehen, wie wir heute mit dieser jahrhundertealten Praxisform umgehen können und es vielleicht auch sollten. Während sie von westlichen Meditations- und Dharma-Schüler’innen evtl. nur zaghaft und etwas widerwillig als persönliche Praxis, für eine gewisse Zeit, angenommen wird, gehen traditionelle Lehrende weiterhin davon aus, dass die Ngöndro-Praxis sinnvoll, notwendig und vielleicht unentbehrlich ist.

Yesche U. Regel, auch “Lama Yesche” genannt, begegnete dem Buddhismus im Alter von 20 Jahren im Jahr 1977 in Westberlin. Er reiste damals per Anhalter zum 16. Karmapa von Berlin nach Samye Ling in Schottland, nahm bei ihm die drei-fache buddhistische Zuflucht und wurde 1980 von diesem als buddhistischer Mönch geweiht, in Woodstock, NY, was er bis 1997 aufrecht erhielt.

So entfaltete sich ein Lebens-, Lern- und Übungsweg, bis heute.

Die Ngöndro-Praxis begann Yesche ebenfalls in Berlin bereits im Jahr 1978, als das damalige Stadtzentrum “Karma Tengyal Ling” für zwei Jahre in seiner Kreuzberger Wohnung beherbergt war, in der man zu dritt als WG lebte, fast täglich tibetische Pujas durchführte und Lamas nach Berlin einlud. Das mögen auch die Vorläufer-Aktivitäten von Bodhicharya Berlin gewesen sein.

Später führte er im Rahmen eines Drei-Jahres-Retreats das komplette Ngöndro innerhalb von 6 Monaten durch.

Yesche unterrichtet nun seit über 30 Jahren schulübergreifend Buddha-Dharma und diverse Meditationsformen, vor allem Achtsamkeit nach dem Satipatthana-Sutta aus dem Frühen Buddhismus, Shamatha- und Vipashyana nach der Mahamudra-Tradition, wobei er die Ngöndro-Praxis nur selten betont, und Tonglen nach dem Lodjong-Geistestraining in Verbindung mit Metta-Meditation, wiederum aus dem Frühen Buddhismus. Auch Meditationen auf Buddha-Aspekte in kürzeren Versionen tibetischer Rituale und die Bardo-Lehren sind ihm wertvoll und wichtig und er erläutert und praktiziert diese gerne mit Menschen.

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